In Lebenskrisen wie Krankheit, Verlust oder burn out tauchen oft Fragen auf, die vorher eher am Rande standen. Welchen Sinn hat dieses Leid, dass ich gerade tragen muss? Bin ich getragen, und was hält und trägt mich? Hat mein Leben noch einen Sinn, wenn ich nicht mehr nützlich und leistungsfähig, körperlich oder seelisch intakt bin? Trägt mich der Zorn, der Hass auf (einen) Menschen, der mich vernachlässigt, verletzt oder ausgebeutet hat, weiter durch mein Leben, oder möchte ich meinen Frieden finden? Wie geht Versöhnung? Wie finde ich meine Würde und meine Lebensfreude wieder, mein Selbstwertgefühl? Kann ich mir selbst verzeihen, mir selbst zum Freund werden?

 

Auch die Frage nach der Bedeutung Gottes für mein Leben kann wieder eine Rolle für mich spielen. Es geht nicht darum, schnelle Antworten zu finden, sondern den Weg des Suchens gemeinsam zu gehen. Und im hinhörenden Verstehen geschieht heilende Begegnung, helfendes Aufrichten, bietet sich Gelegenheit zur Veränderung von Einstellungen und Handeln. 

 

 

 

 

 

 

                                           Du magst denjenigen vergessen, mit dem du gelacht,

                                              aber niemals denjenigen, mit dem du geweint hast.

                                                                                                         Khalil Gibran